Adolph Kolping

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Ihr werdet es nicht glauben, aber ich bin schon fast 200 Jahre alt – und habe immer noch eine Menge Fans. Knapp 50.000 Jugendliche alleine in Deutschland. Dazu kommen noch die ganzen „älteren Herrschaften“, auch wenn die im Vergleich zu mir immer noch junge Hüpfer sind. Insgesamt sind knapp 450.000 Menschen auf der ganzen Welt Teil meiner „Familie“ – der Kolpingfamilie.

Wie es kommt? Na, lehnt Euch mal kurz zurück und ich gebe Euch einen „Schnelldurchlauf“…

Wart Ihr schon mal in Köln? Daher komme ich. Nicht direkt aus der Stadt, sondern aus Kerpen, einem Ort um die Ecke. Dort wurde ich am 08. Dezember 1813 geboren. Genau wie Du musste ich die Schulbank drücken. Fand ich aber gar nicht mal so schlimm. Ich hätte sogar gerne noch eine höhere Schule besucht. Das konnten sich meine Eltern aber nicht leisten.
Nach einigem Hin & Her habe ich einen Ausbildungsbetrieb gefunden und wurde Schuhmacher. Ein ganz schön harter Job – das kann ich dir sagen. Elf Jahre lang war ich Geselle und habe in verschiedenen Betrieben gearbeitet…

Mit 26 Jahren konnte ich mir dann meinen heimlichen Wunsch erfüllen: Ich durfte endlich das Gymnasium besuchen. In dieser Zeit (oder hatte es schon früher begonnen?) habe ich gespürt, dass Gott mich ruft. Tief in mir – da war der Wunsch, Priester zu werden. Also habe ich weiter gelernt und studiert (in München und Bonn übrigens).
Am 13. April 1845 war dann mein „großer Tag“: In der Minoritenkirche in Köln wurde ich zum Priester geweiht. Ein tolles Gefühl. Zu wissen, dass Gott etwas mit mir vor hat. Dass ich sein Freund sein darf – und als sein „Arbeiter in den Weinberg“ geschickt werde.

Meine erste Kaplansstelle war bis 1849 in Elberfeld. Dort habe ich den „Jünglingsverein“ von Johann Breuer kennengelernt. Ja, ich weiß – „Jünglingsverein“ hört sich absolut „out“ an, heutzutage. Worum es dort ging – das war allerdings alles andere als „out“! Wir waren für die Gesellen da. Die Jungs, die gerade in der Ausbildung waren und eine harte Zeit erlebten. Das war kein Zuckerschlecken. Für einen Hungerlohn von früh bis spät arbeiten. Oft unter richtig besch…eidenen Bedingungen.

Wie gesagt, wir waren für die Jungs da: Zu uns konnten sie kommen, wenn sie Sorgen und Probleme hatten. Sie konnten sich aussprechen und wir haben ihnen geholfen. „Im Gesellenverein, da sind wir zuhause. Da werden wir ernst genommen & müssen uns nicht verbiegen“ – darum gings! Und natürlich auch um Gott: Die Jungs haben gespürt: „Mit Gott kann ich mein Leben anpacken. Das bringt mich weiter!“

Tja – es ging tatsächlich weiter: Die Sache mit dem Gesellenverein war so klasse, dass sie sich wie ein Lauffeuer rumgesprochen hat. Und auch mit mir ging es weiter: Als Domvikar habe ich im Mai 1849 in Köln einen weiteren Gesellenverein gegründet. Gerade in der großen Stadt war es wichtig für die Jungs, eine Anlaufstelle – ein Zuhause – zu haben…

Mit meiner Karriere ging es auch bergauf – aber darum geht es hier ja nicht: Du kannst die ganzen Daten gerne bei Wikipedia nachlesen…

Am 4. Dezember 1865 bin ich gestorben und wurde später in der Kölner Minoritenkirche beerdigt. Vor ein paar Jahren (1991) hat mich Papst Johannes Paul II. sogar selig gesprochen. Welch eine Ehre.

Wie auch immer: Du siehst, daß ich gar nicht sooo tot bin ;-). Ich bin umgezogen: Von Köln in das Reich Gottes. Von hier aus sehe ich, wie „mein Ding“ – der Gesellenverein – sich weiter ausgebreitet hat. Und das begeistert mich: So viele Menschen wurden von der Idee angesteckt. Die, ganz nebenbei, nicht von mir selbst stammt: Ich habe einfach geschaut, wie Jesus mit den Menschen umgegangen ist 😉

Die Idee heißt: Wir Christen sind keine Alleinkämpfer – sondern eine große Familie. Mit allem, was dazugehört – wir zoffen uns auch mal hin und wieder. Aber wenn wir gemeinsam – von Gottes Geist bewegt – etwas anpacken, dann können wir die Welt verändern!

Meine Freunde, ich habe „mein Herz als Pfand gegeben“ – weil Gott mich so sehr bewegt und begeistert hat.
Ich wünsche Euch, daß er auch Euch begeistert. Damit ihr spürt: „Ich bin Teil der Familie“.

Alles Gute und Gottes Segen,
Euer Adolph Kolping.

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